Bericht Löschfahrzeug der Extraklasse März 2012

Ein Löschfahrzeug des Extra-Klasse

 

Seit Ende letzten Jahres sind wir stolze Besitzer eines besonderen Löschfahrzeuges der Marke Südwerke. Die Marke Südwerke hatte ihre Wurzel im großen Familienunternehmen Krupp, dass nach Kriegsende in die Firmenbezeichnung Südwerke umbenannt wurde. Das Fahrzeug schlummerte über 30 Jahre in einer alten Feldscheune irgendwo in Deutschland, bis wir es fanden. Der erste Eindruck war recht gut aber wir mussten mit allem rechnen. Kurz entschlossen transportierten wir dieses alte Feuerwehrfahrzeug in  unser Schrauberdomizil nach Zaberfeld,  wo es ein neues Zuhause gefunden hat. Nach einigen fachmännischen Handgriffen und Durchsichtsarbeiten konnten wir den alten Sechszylinder nach kurzer Zeit wieder zum Leben erwecken. Die Elektrik war sehr erneuerungsbedürftig und die Kupplung wollte sich nach der langen Standzeit einfach nicht von der Druckplatte lösen. Das Bremssystem war undicht und die alten Dieselleitungen mussten erneuert werden. Gebaut wurde dieses Fahrzeug ausschließlich für die amerikanischen Streitkräfte, die sich nach Kriegsende in den Besatzungszonen niederließen. Das circa 9 Tonnen schwere Fahrzeug wurde anfänglich von einem Sechszylinder-Benzinmotor mit 7,8 Liter Hubraum, der stolze 80 PS leistete, angetrieben. Später musste man erkennen, dass dieser Motor den Bedürfnissen des 9 Tonnen schweren Fahrzeuges nicht gerecht wurde und man ersetzte diesen durch ein Sechszylinder-Dieselaggregat von Deutz, der mit seiner Leistung von 125 PS deutlich besser im Vormarsch war. Dieses Fahrzeug, Baujahr 1952, hatte einen 800 Liter Löschwassertank und eine Mittelpumpe mit Schnellangriffseinrichtung. Damit konnte die wichtige Zeit der Vorbereitung des eigentlichen Löschvorgangs überbrückt werden. Das war zur damaligen Zeit wirklich revolutionär. Allerdings konnten nur Fahrer und Beifahrer im Fahrerhaus Platz nehmen. Die Mannschaft saß, wie in Amerika üblich, auf den Schläuchen oder stand auf dem Trittbrett. Mit den heutigen Unfallverhütungsvorschriften hatte dieses wenig zu tun, aber waren es ja damals auch andere Zeiten. Zur Warnung nachfolgender Fahrzeuge war am Heck des Löschfahrzeuges ein großes Schild mit der Aufschrift: “Achtung Druckluftbremse“ angebracht, das auf die große Bremswirkung des Fahrzeuges, die anscheinend damals nicht üblich war, hinwies.

Wir sind sehr stolz darauf, dieses besondere Schmuckstück an unserem Treffen am 1. Mai den neugierigen Augen unserer Besucher präsentieren zu können.